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Eltern sein dagegen sehr!

"Meine Kinder machen mich manchmal wahnsinnig!" Kommt dir dieser Satz bekannt vor? Natürlich bist nicht du gemeint, sondern die anderen. Die anderen da draußen! Ja, das kann schon mal vorkommen, dass einen das eigene Kind zur Weißglut bringt. Die Reaktionen der Eltern sind individuell. Sozusagen, von - bis. Die einen schwören auf die "gsunde Watschn", und vielleicht noch ein bisserl mehr, weil sie es ja auch von den eigenen Eltern so (über)erlebt haben und "geschadet" hats ja unterm Strich nicht. Laut ihrer Aussage. Die komplett andere Sichtweise ist, die absolut antiautoritäre Erziehung bzw. gar keine Erziehung, weil es soll ja keiner in irgendeine Richtung "gezogen" werden oder so ähnlich. Grenzenlos, überaus verständnisvoll jeglicher Attacken und auch die kreative Bezeichnung "Arschloch, du hast mir gar nicht´s zu sagen!" wird zur Kenntnis genommen, weil Kind in der freien Entwicklung gefördert werden muss. "Lass es einfach raus, Kind! Komm lass uns darüber reden!".

Schon das Sprichwort "Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr!" zeichnet sich sehr stark in der Gesellschaft ab. Verzweifelte Eltern, weil ihnen die lieben Kleinen quasi über den Kopf wachsen (oder drauf machen) und die Kinder nicht zu bändigen sind. Was genau steckt dahinter? Jesper Juul hat diesbezüglich, für den täglichen Gebrauch sehr gute Ratgeber für verzweifelte und wissbegierige Eltern geschrieben. Dennoch können wir das hier auch kurz erläutern, was das mit dem Eltern-Kind-Ding so auf sich hat. Zuallererst, was für eine Überraschung - Kinder sind quasi das Spiegelbild der Eltern. Wenn z.B. Papa sagt "Gib während dem Essen das Handy oder die Toniebox (je nach Alter) weg" und Papa hat das Handy selbst in der Hand (auch wenn er auf einen ganz dringenden Anruf von XY wartet), wird Kind das nicht ernst nehmen. Für das Kind hat Handy / Toniebox nämlich genauso viel Priorität wie für Papa, der dringende Anruf.

Ist doch verständlich oder? Kinder wägen sehr stark ab, inwieweit sich der jeweilige Elternpart für sie interessiert und sie auch als gleichwertigen Menschen annehmen. Das bedeutet nicht, dass Kinder immer eigene Entscheidungen treffen sollten und tun können was sie wollen. Denn speziell kleine Kinder sind mit größeren Entscheidungen und Grenzenlosigkeit, oft sehr schnell überfordert. Wichtig ist, den Kinder Sicherheit zu bieten und sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Das bedeutet auch, Ihnen mit gewissen Grenzen (Stichwort: Arschloch) aufzuzeigen, was respektvoller, liebevoller und wertschätzender Umgang bedeutet. Somit, wäre vielleicht selbstreflektierend zu überlegen, wie verhalte ich mich als Elternteil? Wie verhalte ich mich als Vorbild meinem Kind gegenüber in der Gesellschaft? Wie verhalte ich mich als Vorbild in der Beziehung zu meinem Partner/Partnerin? Denn auch das lernen Kinder von ihren Eltern. Das soziale Miteinander. Einfach nur mal zum Nachdenken.




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